Nachhaltig Reisen: Der große Verkehrsmittelvergleich

Nachhaltig Reisen: Der große VerkehrsmittelvergleichNicht zuletzt aufgrund der „Fridays for Future“-Bewegung rund um die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg ist der Umweltschutz in aller Munde. EU-weite Plastikverbote und Diesel-Fahrverbote in Innenstädten sind nur einige der vielen Ausprägungen. Auch das Reisen steht seitdem auf dem Prüfstand, allen voran das Fliegen. Wer seinen Urlaub dennoch nicht im heimischen Garten verbringen möchte, hat zahlreiche umweltschonendere Alternativen, wie aktuelle Studien zeigen.

Klimachampion Fernbus

Bereits 2017 verglich das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) die Emissionswerte der einzelnen Verkehrsmittel. Die groß angelegte Studie kam dabei zu dem Ergebnis, dass Fernbus-Reisende am klimaschonendsten unterwegs sind. Bei mittlerer Auslastung bringt es der Fernbus auf etwa 23 Gramm CO2 pro Personenkilometer. Knapp dahinter folgt der Fernverkehr der Bahn mit 35 Gramm CO2.

Deutlich abgeschlagen sind hingegen Pkw (137 g/Pkm) und vor allem Flugzeug (245 g/Pkm). Letzteres bringt es im Vergleich zum Fernbus auf das Zehnfache an CO2.

Verkehrsmittelvergleich: CO2-Emissionen

Mobilitätsanbieter sind sich ihrer Rolle in Sachen Klimaschutz zunehmend bewusst und versuchen stetig, diese Werte zu verbessern. So wurde bereits 2006 die Mitfahrplattform BlaBlaCar gegründet: Wer ohnehin mit dem eigenen Auto unterwegs ist, kann auf der Plattform nach Mitfahrern suchen und die leeren Plätze so füllen. Durch die höhere Auslastung sinkt der CO2-Wert pro Personenkilometer deutlich.

Die guten Werte der Fernbus-Anbieter beruhen unterdessen vor allem darauf, dass die meisten Unternehmen moderne Busse mit emissionsarmen Euro-6-Motoren verwenden. Dennoch ruhen sich die Unternehmen darauf nicht aus. So erklärte der erst vor Kurzem an den Start gegangene Anbieter Pinkbus im Interview mit gruene-startups.de, auf Elektroantrieb umrüsten zu wollen, sobald E-Motoren auch Strecken von über 600 Kilometern bewerkstelligen können. Einen Schritt weiter ist FlixBus: Der Marktführer experimentiert bereits auf ausgewählten Strecken mit E-Bussen, die mit Ökostrom betrieben werden. „E-Busse sind im Moment in der Anschaffung zwar deutlich teurer, dennoch sind wir überzeugt, dass sich diese Investition in die Zukunft lohnt. Wir wollen damit ein klares Zeichen setzen und zeigen, dass die Mobilitätswende möglich ist“, erklärt Fabian Stenger, Geschäftsführer von FlixBus DACH.

Kompensation durch Klimaschutzbeitrag

Im Rahmen einer vor Kurzem veröffentlichten Studie des Umweltbundesamts (UBA) wurden die Umweltauswirkungen der einzelnen Verkehrsmittel in Geldwerte umgerechnet. Im Gegensatz zur Untersuchung von reinen Emissionswerten geht diese Studie noch einen Schritt weiter und betrachtet dabei auch Aspekte wie Lärm und Luftschadstoffe, die wiederum zu Schäden an Gebäuden und Ernteausfällen führen können.

So müsste ein Fernbus-Reisender beispielsweise 1,07 Cent pro Kilometer zahlen, um die negativen Umweltauswirkungen zu kompensieren. Bahnkunden müssten 1,74 Cent pro Kilometer auf den Tisch legen. Auch hier schneidet das Flugzeug mit 8,33 Cent pro Kilometer am schlechtesten ab. Ein Inlandsflug von München nach Berlin verursacht den Angaben des Umweltbundesamts zufolge entsprechend Schäden in Höhe von 41 Euro pro Fluggast.

Verkehrsmittelvergleich: Umweltkosten

Viele Anbieter versuchen mit Klimabeiträgen gegenzusteuern. So können Reisende nicht nur bei vielen Airlines, sondern auch bei einigen Fernbus-Anbietern einen freiwilligen Klimabeitrag entrichten. Bei FlixBus wird dieser beispielsweise kilometergenau berechnet und beläuft sich so auf etwa ein bis drei Prozent des Fahrtpreises. Der gespendete Betrag kommt anschließend einem Klimaschutzprojekt zugute.

Fazit

Klimaneutrales Reisen gibt es nicht, doch sollten Reisende vor der Buchung des nächsten Urlaubs neben Preis und Dauer auch Emissionswerte mit bedenken. Während sich das Fliegen auf Langstrecken meist nicht vermeiden lässt, sollten umweltbewusste Reisende gerade auf Inlandsrouten Bus und Bahn den Vortritt geben. Wer ein paar Euro übrig hat, kann die Emissionen zudem in Form eines Klimabeitrags kompensieren. Ist keine Fernbus- oder Bahnverbindung verfügbar und muss deshalb der eigene Pkw herhalten, bieten sich Mitfahrzentralen wie BlaBlaCar an: Reisende können so nicht nur die durchschnittlichen Emissionswerte pro Fahrgast senken, sondern sich auch noch den einen oder anderen Euro nebenher verdienen.

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