BlaBlaCar geht mit Fernbussen an den Start

BlaBlaCar geht mit Fernbussen an den StartDie bekannte Mitfahrzentrale BlaBlaCar will noch im ersten Halbjahr 2019 erste Fernbuslinien in Betrieb nehmen. Bereits im November letzten Jahres wurde bekannt, dass BlaBlaCar der französischen Staatsbahn SNCF ein Angebot zur Übernahme der Bussparte OUIBUS unterbreitet hat. Der Deal, der auch ein Investment von SNCF vorsieht, ist nun in trockenen Tüchern. Bis Ende des Jahres sollen die Busse, die unter dem Namen BlaBlaBus verkehren werden, 60 Städte in Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und auch Deutschland anfahren.

Nicht nur aufgrund der Markenbekanntheit der Carpooling-Plattform BlaBlaCar, die hierzulande etwa 6,5 Millionen Kunden zählt, könnte sich der neue Anbieter – zumindest in Mitteleuropa – als ernstzunehmende Konkurrenz für den Marktführer FlixBus herausstellen. Ein besonderer Vorteil von BlaBlaBus ist, dass Kunden mühelos Bus- und Mitfahrangebote miteinander kombinieren können. So können Reisende beispielsweise eine Busfahrt in eine deutsche Metropole buchen und dort direkt zur Weiterfahrt in ein Privatauto umsteigen. Ebenso wie FlixBus will BlaBlaBus keine eigene Busflotte unterhalten, sondern mit mittelständischen Unternehmen kooperieren. Während BlaBlaBus die Buchungsplattform stellt und sich um das Marketing kümmert, führen diese die eigentlichen Fahrten durch. Keine näheren Informationen gibt es unterdessen über die geplanten Preise für BlaBlaBus-Fahrten.

Während BlaBlaBus noch die ersten Routen plant, baut FlixBus seinen Vorsprung in Europa weiter aus. Insgesamt steuern die grünen Busse rund 2.000 Ziele in 28 Ländern an, darunter auch in den USA. Jüngst wurde bekannt, dass FlixBus auch Eurolines, die Bussparte des französischen Verkehrsriesen Transdev, übernehmen will. Der Anbieter, der innerhalb Frankreichs unter dem Namen isilines verkehrt, bedient Ziele in ganz Europa. „Mit dieser Integration hätte FlixBus ein noch umfassenderes und vielfältigeres Angebot, um noch mehr Passagiere zu bekommen“, erklärt FlixBus-Chef Jochen Engert. Auch der langfristigen Strategie des Unternehmens Transdev, das sich künftig verstärkt auf den öffentlichen Nahverkehr konzentrieren will, würde ein Verkauf der Fernbusse in die Karten spielen.

Aktuell expandiert FlixBus zeitgleich in Amerika und in Europa, wo als nächstes Russland erschlossen werden soll. Um das ambitionierte Vorhaben finanziell stemmen zu können, soll FlixBus Branchenexperten zufolge im Gespräch mit potenziellen Investoren sein, darunter der Online-Riese Rocket Internet.

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