Fahrgastrechte: Personenschäden

Wer haftet bei Personenschäden auf Reisen?

 
Fahrgastrechte: PersonenschädenPersonenschäden sind ein heikles Thema unter den Fahrgastrechten: Zwar sind bestimmte Mindestbeträge für Abfindungen festgelegt, doch wird hier in der Regel in jedem Fall individuell entschieden, wie hoch der genaue Schadensersatz im Falle von Körperverletzung ausfällt und ob und wieviel Entschädigung welchen Angehörigen im Todesfall zusteht. Eine Entscheidung über die Höhe der Entschädigung wird dabei nicht in EU-Vorschriften gefällt, sondern sie wird vom jeweiligen nationalen Gericht oder den zuständigen Landesgerichten getroffen. Grundsätzlich gilt aber, dass die Ansprüche offiziell geltend gemacht werden müssen und nicht automatisch gewährt werden.

Personenschäden auf Fernbus-ReisenPersonenschäden auf Fernbus-Reisen

Personenschäden auf Bahn-ReisenPersonenschäden auf Bahn-Reisen

Personenschäden auf FlugreisenPersonenschäden auf Flugreisen
 

Personenschäden auf Fernbus-Reisen

Personenschäden auf Fernbus-ReisenDie Fahrgastrechte bei Personenschäden sind in der EU-Verordnung 181/2011 zwar grob definiert, doch wird darin vor allem auf die jeweiligen nationalen Gesetze verwiesen, die sich noch einmal in Landesgesetze aufsplitten können. Dies bedeutet, dass die jeweils zuständige Instanz jeden Fall individuell betrachtet. Allerdings regelt die EU-Verordnung, dass die Höchstgrenze für eine Entschädigung im Todesfall nicht unter 220.000 Euro liegen darf. Der Anspruch auf finanzielle Entschädigung kann dabei mindestens von Verbliebenen geltend gemacht werden, die gesetzlich vorgeschriebenen Unterhalt vom Verstorbenen beziehen oder in Zukunft bezogen hätten.
 

Personenschäden auf Bahn-Reisen

Personenschäden auf Bahn-ReisenIm Falle von Personenschäden greift bei der Deutschen Bahn die EG-Verordnung Nr. 1371/2007. Bei Verletzungen müssen vom Verkehrsunternehmen die Kosten für Pflege und Heilung übernommen werden. Auch der Arbeitsausfall wird finanziell entschädigt. Der Schadensersatz bei Todesfall richtet sich nach dem jeweiligen Landesgesetz, allerdings muss das Eisenbahnunternehmen zumindest die unmittelbaren Bedürfnisse der Verbliebenen finanziell abdecken. Darunter fallen beispielsweise die Kosten für die Bestattung. Der Mindestbetrag des Vorschusses liegt bei 21.000 Euro. Dieser muss innerhalb von 15 Tagen zur Verfügung gestellt werden.
 

Personenschäden auf Flugreisen

Personenschäden auf FlugreisenFür Personenschäden infolge einer Flugreise greifen die Regelungen des Montrealer Übereinkommens. Eine Höchstgrenze für Entschädigungsleistungen im Todesfall oder bei Körperverletzungen gibt es im Luftverkehr grundsätzlich nur, wenn eine verschuldensunabhängige Haftung vorliegt. In diesem Fall liegt der zu zahlende Höchstbetrag bei 100.000 Rechnungseinheiten. Wie auch bei Bahnreisen muss die entsprechende Fluggesellschaft einen Vorschuss zur Deckung der unmittelbaren Bedürfnisse der Hinterbliebenen leisten, der innerhalb von 15 Tagen zur Verfügung gestellt werden muss. Dieser muss mindestens 16.000 Rechnungseinheiten betragen.